Kultur bildet Stadt

8. April 2014
Foto: T Good

Welche Fähigkeiten brauchen junge Menschen, um die Stadt von morgen mitzugestalten? Und welche Impulse kann kulturelle Bildung dazu geben? Mit diesen Fragen befasste sich im Rahmen der Berliner Stiftungswoche am Montag, den 7. April 2014 die Veranstaltung „Zukunftslabor: Kultur bildet Stadt“ der Zukunftsakademie NRW und des Modellprogramms „Kulturagenten für kreative Schulen“.

Gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft und Praxis wurde über Ansätze der integrierten Stadtentwicklung diskutiert und verschiedene Bildungsprojekte vorgestellt, die sich kreativ mit urbanen Wirklichkeiten, Veränderungen und damit verbundenen Herausforderungen auseinandersetzen. Prof. Erol Yildiz von der Universität Klagenfurth sprach in seinem Fachinput über die „Unverkrampfte  Sicht auf urbane Diversität“. In seinem Vortrag zeichnete er nach, wie Städte durch Migrationsverläufe geprägt werden und welche Rolle ein postmigrantischer  Perspektivwechsel in der Darstellung neuer Stadtnarrativer spielt.

Michaela Schlagenwerth, Kulturagentin im Programm „Kulturagenten für kreative Schulen“,  stellte die Projekte „36- Tor“ und „Hermannplatz: Hot or not – Güzel veya Cirkin“ vor. In beiden Projekten, die in Kooperation mit dem Stadtmuseum Berlin konzipiert wurden, setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Stadt auseinander, führten Interviews mit Passanten und Touristen und bauten Modelle ihres Kiezes. Der Ansatz der Schüler für dieses Projekt war: „Eigene Fragen stellen!“. Für Schlagenwerth war dies ein wesentlicher Grund für das Gelingen des Projekts. Aus ihrer Sicht ist es wichtig, dass Schüler ihre eigenen Bezüge zur Stadt herstellen, eigenen Fragen stellen und eigene kreative Ausdrucksmöglichkeiten finden können.

Im Anschluss an die Inputs diskutierten die Veranstaltungsteilnehmer unter der Moderation der Journalistin Andrea Thilo, welche Möglichkeiten kulturelle Bildung  für einen städtischen Perspektivwechsel bereithält, wie Kinder und Jugendliche als aktive Akteure ihre Stadt gestalten können und welcher politischer Rahmenbedingungen es bedarf, um Projekte im Bereich der kulturellen Bildung zu verstetigen. Ein wichtiger Aspekt war dabei, Bildung weiter zu denken: Nicht nur im Schulkontext, sondern als etwas, dass sich auch in der Stadt abspielt.

Im Anschluss konnten sich alle Veranstaltungsteilnehmer  bei einem sogenannten Projektlaufsteg über verschiedene Projekte aus dem Bereich kulturelle Bildung und Stadtgestaltung informieren. Ausgestellt wurden Projekte und Initiativen von:

 

- „Hermannplatz: Hot or not – Güzel veya Cirkin?“

- Mümelfreaks / Haus der Träume

- Die Hofhelden

- Stadtteilgeschichte und Baukultur: Ein Performance-Audio-Guide durch Wulfen-Barkenberg

- „Stadtforum 2030“ der Berlin Kulturprojekte GmbH (Künstlerinnen: Seraphina Lenz und Folke Köbberling)

- Verein „Jugend Architektur Stadt”

- Urban Catalysts, Berlin

- Urban Rhizome, Duisburg-Marxloh

- Zukunftsakademie NRW, Bochum